Wie heißt es doch so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Der ursprünglich für 2020 erwartete Anstieg der Unternehmensinsolvenzen hat bekanntermaßen noch nicht stattgefunden. Corona-Hilfen und Kurzarbeit sei Dank. Allerdings gehen die meisten Wirtschaftsforscher davon aus, dass dieser Effekt nun 2021 einsetzen wird, wenn die staatlichen Hilfsprogramme auslaufen.

Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, wie man die nächsten Monate überleben kann, ohne in die Zahlungsunfähigkeit abzurutschen. Da sich die Umstände in jedem Unternehmen unterschiedlich darstellen, ist es schwierig, pauschale Empfehlungen abzugeben. Aber einige grundsätzliche Hinweise sollte jeder Unternehmenslenker in Krisenzeiten beachten.

Tipp 1:

Schieben Sie notwendige Maßnahmen nicht auf die lange Bank. Handeln Sie rechtzeitig und vorausschauend. Mit jeder Woche, die Sie zuwarten, sinkt die Chance auf eine erfolgreiche Sanierung.

Tipp 2:

Jeder Geschäftspartner, egal ob Hausbank, Gesellschafter oder Lieferant wird eine Darstellung der momentanen Lage und eine aussagefähige Unternehmensplanung erwarten, wenn er einen Beitrag zur Existenzsicherung Ihres Unternehmens leisten soll. Buchhaltung und Controlling müssen also stimmig sein!

Tipp 3:

Sie können in einer Krisensituation nicht mehr alles selbst erledigen. Die Kernkompetenz der Geschäftsführung ist die Steuerung des operativen Geschäfts. In einer Situation, in der die Existenz des Unternehmens auf dem Spiel steht, gehen die Anforderungen aber weit über diese Kompetenz hinaus. Daher sollten Sie Experten an Bord holen, die sich mit der Rettung von krisengeschüttelten Unternehmen auskennen.

Tipp 4:

Der Gesetzgeber hat Anfang 2021 neue Möglichkeiten zur grundlegenden Sanierung außerhalb der Insolvenz geschaffen. Das Unternehmens-Stabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz (kurz: StaRUG) stellt Instrumente, wie z.B. gerichtliche Verfahrenshilfen zur Verfügung, um bereits in einem frühen Krisenstadium den Turnaround zu ermöglichen. Hierbei besteht die Möglichkeit, wesentlich mehr Druck auf Gläubiger auszuüben, als dies bislang der Fall war. Prüfen Sie, ob Sie das StaRUG nutzen können!

Tipp 5:

Eine gute Kommunikation ist in der Krise wichtiger denn je. Probleme müssen klar benannt und Lösungen aufgezeigt werden. Sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei Kunden, Lieferanten und Banken muss der Eindruck entstehen, dass Sie stets alles im Griff haben.

 

Krisensituationen fordern dem Management Einiges ab.

Behalten Sie trotzdem einen klaren Kopf. Ein kleiner Trost: denken Sie daran, dass im Moment viele Unternehmen mindestens genauso schlecht dastehen! Und mit einem klaren Konzept, wie Sie die Krise bewältigen wollen, sind Sie den meisten anderen einen großen Schritt voraus.

tw